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Kinderfasnet

Einzelmasken

Hier werden in kürze unsere Einzelmaskenträger abgebildet.


Fasnet im Schwarzwald - Fasnet in Triberg

Die Geschichte der Fasnet im Schwarzwald ist auch die Geschichte der Fasnet in Triberg. Denn bereits aus dem Jahre 1525 finden sich Nachweise, dass in Triberg "Narrenkleider" angefertigt wurden. Im 16. Jahrhundert belegen die Abgabe von "Fastnachtshühnern" und eine bessere Verpflegung im Spital, dass Fastnacht eine Zäsur im Triberger Wirtschaftsjahr darstellte.

 

 

Rodelkorso in Tribergs Straßen                              

Verordnungen der aufgeklärten vorderösterreichischen bzw. badischen Regierungen zielen Ende des 18. Jahrhunderts bzw. des 19. Jahrhunderts darauf ab, das Narrenlaufen, "diesen Unfug" zu verbieten. Ende des 19. Jahrhunderts hält der Karneval im gesamten südwestdeutschen Raum Einzug; in Triberg wird 1868 die Narrengesellschaft "Stabhalterei Freiamt", 1881 der Verein der "Ungemütlichen" und 1900 die "Narrengemeinde Oberstadt" gegründet. Berühmt waren die winterlichen Rodelkorsos zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Anstelle eines Narrenumzugs mit Wagen ging der Festzug auf Rodelschlitten die Stadt hinunter.

1928 wird schließlich die "Narrenzunft Triberg" gegründet, die heimisches Fasnachtsbrauchtum wieder aufleben lassen will und 1960 Mitglied der "Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte" (VSAN) wird. Nach kriegsbedingter Unterbrechung der Fastnacht wurden bald nach dem Krieg die alten Bräuche wieder aufgenommen, die Saal- und Straßenfasnacht wieder gepflegt.

Nachdem die schwäbisch-alemannische Fastnacht lange Zeit als heidnisches Vorfrühlingsfest zur Austreibung des Winters angesehen wurde, gilt heute als belegt, daß die Ursprünge von Fastnacht, Fasching und Karneval in einem christlichen Schauspiel zu suchen sind, in dem die gottgefällige zur verkehrten Welt wird, geprägt von der Herrschaft des Teufels und den sieben Todsünden.

 

   Tribergs Narrenhäser - Ursprünge im 19. Jahrhundert

Die markanten Triberger Narrenhäser finden ihre Vorfahren allesamt schon in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Häser und Masken wurden seither nur gering verändert. Somit gehören diese Narrenfiguren zu den ältesten erhaltenen und immer noch aktiven Narrenfiguren der schäbisch-alemannischen Fasnet.

Hauptfigur der Triberger Fasnacht ist der Teufel. Die älteste erhaltene Teufelsmaske ist nun beinahe schon 110 Jahre alt. Sie hängt in der Stube der mit der Geschichte der Triberger Fasnet eng verbundenen Familie Siebert, neben der ein wunderschönes Dokument hängt, das von der Maske erzählt:

"Ich, der "Triberger-Original-Teufel" wurde 1993 hundert Jahre alt. Aus Lindenholz geschnitzt hat mich der aus der Schweiz stammende Triberger Hilzbildhauer Friedrich Pfahrer. Den Auftrag hierzu gab ihm die Fasnet-Kostüm-Verleihanstalt Schneidermeister Carl Erhardt. Meine "Geschwister" waren außer zahlreichen Phantasiekostümen die bereits bestehenden Triberger Originale, der "Federèschnabel" und der Rotè Fuchs". 
Von Carl Erhardt ging der Kostümverleih auf den Sohn Friedrich Erhardt, Kreuzstraße 17, über, der ebenfalls Schneidermeister war. In der Folgezeit nach dem ersten Weltkrieg ging die Verleihanstalt ein. Den "Roten Fuchs" gab es bereits nicht mehr. Die Maske des unansehnlich gewordenen Gewandes des "Federèschnabels" gab Friedrich Erhardt dem damaligen "kleinen Triberger Heimatmuseum", das im "Mesnerhäusle" bei der Wallfahrtskirche untergebracht war. Mich, den Teufel, bot Friedrich Erhardt seinen Söhnen Ernst und später auch Hugo für 50 Reichsmark an. beide Söhne, damlas finanziell nicht auf Rosen gebettet, lehnten den Kauf ab. 
Maurermeister Karl Siebert kaufte mich 1928 für 50 Reichsmark. Somit kam ich in den Besitz der Familie Siebert und fand dort meine neue Heimat. Herbert Siebert (Zunftmeister von 1966 bis 1971) der Sohn von Karl und Emma Siebert, heiratete die Tochter des Narrenvaters der Narrenzunft Triberg, Schneidermeister Ernst Erhardt. Auf diesem Wege kam ich indirekt in die Familie meiner "Stammheimat" zurück. 
In der Wohnung der Familie Siebert habe ich einen Ehrenplatz bekommen. In der Öffentlichkeit allerdings kann man mich nicht mehr sehen. Von einem Unbekannten bekam ich vor vielen Jahren einen harten Schlag auf den Kopf. Seitdem hat mein Gesicht einen Sprung, der aber kunstvoll geheilt und mit Klammern im Innern der Maske gefestigt wurde. Nun führe ich im Wohnzimmer des Hauses Siebert ein beschauliches Dasein und denke über die hundert Jahre meiner Lebensgeschichte und Fasnetserlebnisse nach."

 

 Nachdem also Friedrich Pfahrer die Original-Triberger-Teufelslarve geschaffen hatte, "entwarf Schneidermeister Carl Erhardt ein rotes Gewand zur Maske, und fertig war der erste Triberger Teufel." (1) Doch dann kam die Fasnet während des I. Weltkrieges zum Erliegen.

"Noch einmal erlebte der Teufel eine Wiedergeburt: Schreinermeister Herr ließ ein Gewand anfertigen und brachte die Maske zur Maskenschau nach Landau ... Und dann lebte die Fasnet in Triberg wieder auf: die Narrenzunft wurde neu gegründet (am Aschermittwoch 1928) .... 1928 wurde gemeinsam mit Federèschnabel und Rotèr Fuchs wider Fasnet gefeiert.
Es folgte der zweite Weltkrieg, wieder kam die Fasnet zum Erliegen" (2) 
"Erst 1948 hat die Stadt mit großen Bällen im Kurtheater einen Anfang gemacht. Ein neu gebildeter Narrenrat mit Karl Kiefer als Zunftmeister an der Spitze übernahm Organisation ins Verantwortung über die Triberger Fastnacht." (3) 
"Zunftmeister Karl Kiefer hatte damals den Gedanken, die Teufelsmaske zu vermehren, was Bürgermeister Faster und einige Narrenräte unterstützten. Aber der Besitzer des Original-Teufels, Karl Siebert, wollte, daß der Triberger Teufel wie der Rotè Fuchs und der Federèschnabel eine Einzelmaske bleibt." (4) Siebert konnte sich aber nicht durchsetzen, den Teufel als Einzelfigur beizubehalten, zu groß war der Wunsch nach einer prägenden Figur, die auch von anderen Narren getragen werden konnte. 
Nach Auskunft des Villinger Bildhauers und Schnitzers Manfred Merz (5), der in Fachkreisen als Meister der Schemenkunst gilt, wurden die Triberger Teufelslarven von 1952 bis 1968 von ihm geschnitzt. Vom damaligen Zunftmeister August Schäfer (seit 1949) erhielt Merz ein Schwarz-Weiß-Foto, nach dem er die erse "Merze-Teufelslarve" anfertigte. 
Anfänglich wurden zwei Larven im Jahr für einen Preis von ungefähr 300 DM pro Maske geschnitzt. Insgesamt stellte Manfred Merz für die Narrenzunft Triberg ungefähr 100 Teufelslarven her, wobei er die Masken auch selbst faßte (anmalte). 
In der Festschrift zur Merz-Schemenusstellung 1998 im Villinger Franziskaner (6) betont Merz: "Am Schluß muß halt alles aus einem Guß sein." (7) Deshalb trägt er eigenhändig in mehrfachen Arbeitsgängen Farben und Lacke auf und "haucht" damit endgültig der Scheme das Leben ein. 
Die Triberger Teufelslarve sollte möglichst plastisch wirken, weshalb Manfred Merz für seine Larven ein leuchtendes Rot bzw. Signalrot verwendete, das durch eine zusätzliche Lackschicht geschützt wird. 
.Neben den ersten Teufelslarven stammen auch andere Triberger Fastnachtslarven von Manfred Merz (9); der Villinger Bildhauer schuf auch die Larve des "Spättlebue" für das Triberger Schwarzwaldmuseum nach einem Foto, das er vom damlaigen Zunftmeister Paul Scherer erhielt. Merz faßte auch diese Larve selbst.

 

  Der "Rotè Fuchs" trug ursprünglich eine Glattlarve. Erst Merz schnitzte 1958 für die Narrenzunft die heute bekannte Fuchsscheme. Auch die Federeschnabel-Larve, die im Narrenschopf Bad Dürrheim zu bewu8ndern ist, wurde von Manfred Merz geschaffen.

Jede "Merz-Scheme" ist für sich ein Kunstwerk. Gearbeitet aus einem erst einmal unförmigen Holzblock, entstand, auch beim Triberger Teufel, nach und nach ein am Ende ganze 5 Millimeter dünnes Gesicht. Jede Nuance wurde sorgfältig herausgearbeitet und jedes Detail mehrfach kritisch geprüft. Erst wenn alle von Manfred Merz sich selbst vorgegebenen Kriterien in sich stimmig waren, wurde in die Teufelsmaske das Markenzeichen "MM" eingraviert (10) 
Merz wendet sich energisch gegen das Fräsen von Masken, wie es in einigen Narrenorten Einzug gehalten hat. Schemen, die kopiergefräst in großer Stückzahl auf den Markt geworfen würden, "die dürfen unter keinen Umständen akzeptiert werden", fordert Manfred Merz. (11) 
In der Reihe der schwäbisch-alemannischen Fastnachtsfiguren können sich die über 100 Jahre alte Triberger Narrenfiguren also durchaus sehen lassen und sie können mit gutem Recht das Attribut "traditionell" tragen

Quellenangaben: 

1) Böhkenkamp, Renate, "Der Teufel bleibt im Haus", in Südkurier, Ausgabe TG, 13.2.1993 
2) Wie Anmerkung 1 
3) Heimat- und Gewerbeverein Triberg (Hrsg), Wilhelm maier und Karl Lienhard, Geschichte der Stadt Triberg im Schwarzwald, Freiburg, Rombach 1964, S. 441 
4) Wie Anmerkung 1 
5) Freundliche Auskunft von Manfred Merz an Klaus Nagel und Jochen Zucker vom März 1998 
6) Historische Narrozunft Villingen und Franziskanermuseum, Villinger Fasnet, 50 jahre mit Manfred Merz, Schemenausstellung, Druckerei Konstanz GmbH, 1998 
7) Wie Anm. 6, S.20 
8) Wie Anm. 6, S. 21 
9) Wie Anm. 5 
10) Wie Anm. 6, S. 20 
11) Wie Anm. 6, S. 25

http://www.narrenzunft-triberg.de/images/i.gif

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Triberger Narrenmarsch: "Hans, gang heim!"
Der Text zum Triberger Narrenmarsch "Hans, gang heim!" wurde um 1930 von Hauptlehrer Reinhardt Beyerle verfasst. Stadtkapellmeister Gutterer vertonte die Textvorlage nach dem Baaremer Fasnetslied "Hans, blib do!", das auch den Kern der Narrenmärsche in Furtwangen, Donaueschingen, Bräunlingen, Hüfingen und Geisingen bildet.

"Hans, gang heim, du weisch jo nit, wiè 's Wetter wird,
Hans, gang heim, du weisch jo nit wiè 's wird.
Ob es regnet oder schneit, oder schneit,
ob es ander Wetter geit, Wetter geit,
(ob der Hans im Dreck rumkeit, Dreck rumkeit),
Hans gang heim, du weisch jo nit wiè 's wird."

 

Narrenmarsch: "Hunderttausend Mann"
Hunderttausend Mann, die zogen ins Manöver,
hunderttausend Mann, die zogen ins Manöver, 
hei, rumm-fidi-bumm,
der Stiefel isch krumm,
der Absatz hängt daneben,
rumm-fidi-bumm,
der Stiefel, der isch krumm. 
Und der Hauptmann hat 'ne wunderschöne Tochter,
und der Hauptmann hat 'ne wunderschöne Tochter, 
hei, rumm-fidi-bumm,
der Stiefel isch krumm,
der Absatz hängt daneben,
rumm-fidi-bumm,
der Stiefel, der isch krumm.

 



 

Triberger Narrensprüche 
Ursprünglicher Ausdruck der Fasnet sind die vielen Narrensprüche, die in allen Fasnachtsorten verbreitet sind, teils in immer wieder anderer Abwandlung, teils originär und ganz lokal bezogen.

In Triberg gibt es eine ganze Reihe solche Narrensprüche, die teilweise ganz speziell auf die Triberger Narrenfiguren bezogen sind.

Das Entèchrist-Sprüchle
Nach Gründung der Narrenzunft Triberg am Aschermittwoch 1928 wurde die Katzenmusik am Schmutzigè Dunschdig 1929 organisiert durchgeführt. 
Voran kamen zwei Reiter, dann die Stadtmusik, ihr folgte der Narrenvater mit der Originalmasken Teufel und Federèschnabel. Von Zeit zu Zeit wurde dann bis in die 60er Jahre Halt gemacht, um den Triberger Narrenspruch auszurufen, der folgendermaßen lautet:

Im Namè des Herrn Entèchrist,
der narrètag vorhandè ist,
schönè Tag, Liäbè Tag,
aller Narrè Ehrètag.

 

In den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts verschwand der Brauch, diesen Spruch während des Fasnachtsumzuges auszurufen. Hatte der Spruch konservative Kreise zu arg gestört? 
In Schonach, dem Triberger Nachbarort, jedenfalls wird noch heute der alljährliche Zunftabend der dortigen Narrenzunft vom "Nachtwächter" mit dem "Nachtwächterlied" ausgerufen:


"Stehet auf, im Namen des Entechrist
und wisset, daß jetzt Fasnet isch.
Die stille Zeit ist längst vorbei,
und wir Narren sind noch alle frei.
Ihr Mütter, hört meinen Rat gut an,
hängt euern Töchtern Schlösser an.
Den Schlüssel holen wir euch ab,
bis zu der Aschermittwochnacht."

Nun ist spätestens seit den Forschungen der Volkskunde, speziell durch Dr. Werner Mezger, bekannt, daß Fastnacht als theologisch begründetes Schauspiel der verkehrten Welt gedacht war (ist), in dem der Antichrist die führende Rolle einnimmt. Aus diesem Grunde bemüht sich die Triberger Narrenzunft im Rahmen ihrer Aufgabe als die Traditonen pflegender Verein, den so treffenden "Triberger Narrenspruch" wieder in der Triberger Straßenfasnacht zu beheimaten.

 

Dem Federèschnabel wird folgender Spruch zugerufen: 
"Federèschnabel, rä-tä-tät,
wenn di nu d'e Kuckuck hätt!"

Dem Rotè Fuchs rufen die Narren zu:
"Rotè Fuchs, di Hoor brennt a,
schitt è Tröpfli Wasser dra.
Stegli nuff, Kämmerle ni,
mecht' mit Lebtag kei Rotè Fuchs si!"

Das Spättlehanselè wird wie folgt begrüßt:
"Hanselè, du Lumpèhund,
hesch nit g'wisst, wenn d' Fasnet kunnt,
hätt-isch 's Mul mit Wasser griebè,
wär dir 's Geld im Beutel bliebè,
Hanselè, du Lump!"

"Hanselè am Bach,
hett lauter guèt Sach,
ka maiè, ka saié,
ka d' Maidli rumdaiè." 
"Hanselè-Lakai, hett è schö Weib,
hett en Kopf kugelrund,
's Fiedl'e wiègt hundert Pfund,
Hanselé-Lakai!"

 

Weitere Narrensprüche aus Triberg und der schwäbisch-alemannischen Fasnet

"Narri, Narro!" 
"Ri-ra-Köffelstiel, Triberger Maidli sinn nitt viel!" 
"Oh, du lièbè Sahrè, d' Pfanne hett è Loch, d' Knöpfli sinn verfahrè, d'Brüèh henn mer noch." 
"Fedrig, fedrig, fedrig isch des Huèhn, un wenn des Huèhn nitt fedrig isch, no legt es keine Eier nitt.
Fedrig, fedrig, fedrig isch des Huèhn." 
"Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz, un wenn die Katz nit hoorig isch, no fängt se keine Mäuse nicht.
Hoorig, hoorig, hoorig isch die Katz." 
"Borschtig, borschtig, borschtig isch die Sau, un wenn die Sau nit borschtig isch, no gitt sie keine Leberwürscht. Borschtig, borschtig, borschtig isch die Sau."

Der Triberger Teufel

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Aus dem Bild der Triberger Straßenfastnacht sind die Teufel spätestens seit Einführung des nächtlichen Teufelsumzugs zum "Schmutzige Dunschdig" 1981 nicht mehr wegzudenken.

Die Gestalt des Teufels galt seit den Ursprüngen der Fastnacht als Verursacher dieser "Teufelei", wie es im Triberger Narrenspruch auch heute noch zum Ausdruck kommt: "Im Namen des Herrn Entèchrist, der Narrètag vorhandè ist, schönè Tag, lièbè Tag, aller Narrè Ehrètag!"

Die stark geprägte Maske des Teufels wurde bereits Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt. Der Holzbildhauer Friedrich Pfahrer (1868-1926) ließ sich 1893 in Triberg nieder und schnitzte noch im selben Jahr die Larve eines Teufels: Ein kupferrotes grinsendes Gesichtm die Hörner, Stirnhaare und Kinnbart sind schwarz. In dem Mund, dessen Winkel nach oben gebogen sind, sieht man zwei tadellose Zahnreihen blitzen. Es wird berichtet, allerdings nicht sicher belegt, daß Schnitzmeister Pfahrer dieses Teufelsgesicht nach einer älteren Maske geschnitzt hätte.

Vom Schneidermeister Karl Erhardt wurde dann das passende rote Gewand dazugeschneidert. Schwarze Zickzack-Galonen sind auf Jacke und Hose als Zierat gesetzt. Hinzu kommen eine schwarze Halskrause und zwei schwere Lederriemen mit Bronzeschellen. Dunkl Handschuhe und ein an der Maskenhaube baumelnder Fuchsschwanz vervollständigen das Teufelskleid, das sich in dieser Form durchs ganze letzte Jahrhundert erhielt. Als Narrengerät hält der Teufel eine Klopfpeitsche in der Hand.

Die Einzelfigur des Teufels bekam dann ab 1952 "Junge". Der Villinger Schemenkünstler Manfred Merz fertigte damals über 100 Masken für die Triberger Narrenzunft.

Heute gehen am "Schmutzigè Dunschdig" nach Einbruch der Dunkelheit im Schein eines Fackelmeeres mit Klopfpeitschen und klingenden Schellen über 250 Teufel durch Tribergs Straßen

 

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Das Spättlehansele

Eine weiter wichtige Narrenfigur der Triberger Fasnacht ist das Spättlèhanselè.

Die Hanselèmaske tritt erstmals auf einem Schwarz-Weiß-Film in Erscheinung, der anlässlich der ersten Fasnet nach Gründung der Narrenzunft Triberg im Jahre 1929 gedreht wurde.

Das Blätzlehäs (Blätzle = kleine Stoffflecken, hier in Schindelform und Spättle genannt) mit seinen vielfarbigen Stoffresten ist in seiner Stoffausführung nicht festgelegt. Etwa 1500 Spättle - und dabei maximal 10 Stück pro Stoffsorte) werden bei einem großen Spättlèhanselè mit Perlgarn im Knopflochstich umnäht und dann auf einem Anzug befestigt.

Um den Hals trägt diese Hanselfigur eine weiße Halskrause, ein Glockengurt mit Schellen hängt ihm um die Schultern. Als Narrengerät trugen die Spättlèhanselè ursprünglich eine "Suu´Blòòdèrè" (Schweineblase) oder einen Narrensäbel, heute sind sie nur noch mit einer Streckschere zu sehen.

Die Maske zeigt in echter närrischer Manier eine weinende und eine lachende Gesichtshälfte. Auch diese Masken wurden mit der Schnitzkunst des Villinger Bildhauer Manfred Merz zur Vollendung gebracht. Auf der Haube sitzt ein Fuchsschwanz.

Im "Schauspiel der verkehrten Welt" - der Fastnacht - steht das Spättlèhanselè für den sündenbefleckten Menschen. Der Lakai bzw. Lumpenhund wird daher in Triberg mit dem Narrenspruch begrüßt:

"Hanselè, du Lumpèhund, hesch nit g'wisst, wenn d' Fasnet kunnt, hätt-isch 's Mul mit Wasser griebè, wär dir 's geld im Beutel biebè, Hanselè, du Lump!"

 

 

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Der Rotè Fuchs

"Roter Fuchs, di Hoor brennt a,
Schitt e Tropfli Wasser dra,
Stegli nuff, Kämmerli ni,
Möcht mi Lebtig kei rote Fuchs nit si."

Dieser überlieferte Narrenruf bezieht sich auf den Roten Fuchs, eine Einzelfigur der Triberger Fasnacht, die bereits im 19. Jahrhundert vorhanden war. 1928 wurde sie wiederbelebt. Ursprünglich trug der "Rote Fuchs" eine Glattlarve (in der Ausführung, die heute zum Spättlèhanselè gehört) , und erst 1952 schnitzte Manfred Merz die heute bekannte Fuchsscheme. 1958 wurde das einfache rote Gewand mit den Zackenlitzen, der schwarzen Rüsche und dem Narrensäbel durch das heutige Fuchshäs abgelöst.

Diese Holzmaske mit den angeschnitzten Ohren zeigt einen graubraun getönten Fuchskopf. Maskenhaube, Kittel und Hose sind aus rotem Stoff, der mit echten Fuchsfellen so besetzt ist, daß immer wieder der rote Untergrund sichtbar wird. Schwarze Schuhe und weiße Handschuhe geben einen farblichen Kontrast, und wie beim Teufel gehört auch eine Klopfpeitsche zur Ausstattung.

Der Rotè Fuchs gehört zu den ältesten erhaltenen Narrenfiguren der schwäbisch-alemannischen Fasnet

 

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Der Federèschnabel

Die ältesten der Triberger Fasnetsmasken waren alle schon um 1870 bekannt. So auch die besondere Einzelfigur des Federèschnabels. Das Federnkleid des Federèschnabels ist eine sehr alte Art der Verkleidung. So sind in den spätmittelalterlichen Schembartbüchern die Fastnachtsumzüge der Nürnberger Bürger und Patrizier dargestellt, und auch dort sind Figuren in Federkleidung zu erkennen.

Das Häs des Federèschnabels besteht aus einem Anzug, der über und Über mit präparierten Federn besetzt ist. Die Federn, die auch exotischer Herkunft sein dürfen, sind so gebündelt, wie es früher bei Staubwedeln üblich war. In den Farben Rot, Blau und Gelb sind sie bunt gemischt auf dem Häs befestigt.

Eine aus Zinkblech angefertigte Maske ist noch aus der Zeit um 1880 erhalten. Die bemalte und lasierte Maske stellt einen Vogelkopf mit Raubvogelschnabel dar. Die Larve des heutigen Federèschnabels ist zwar jener alten nachempfunden, besteht jedoch aus Holz.

In der Zeit um die Wende zum 20. Jahrhundert war diese Maske den Schülern der ältesten Volksschulklasse vorbehalten. Nach der Gründung der Narrenzunft Triberg am Aschermittwoch 1928 erhielt der ursprünglich mit Hühnerfedern versehene Federèschnabel seine neue, heutige Befiederung, damals angefertigt aus den bunten Federn eines Triberger Singvogel-Spieldosen-Herstellers.

Der Federèschnabel gehört mit zu den ältesten Figuren der schwäbisch-alemannischen Fasnet.

  

 

Der Narrenrat

Unter der Führung des Vorstands (Zunftmeister, Vizezunftmeister, Säckelmeister, Schriftführer) leitet der Narrenrat die Geschicke der Triberger Narrenzunft. Die Mitglieder des Narrenrates werden in der Mitgliederversammlung gewählt.
Weitere Mitglieder sind Kraft ihres Amtes auch die von den jeweiligen Häsgruppen gewählten Anführer (Ober-Spättle und Oberteufel).

Das Häs des Narrenrats besteht aus schwarzer Hose und rotem Sakko, grün-roter Weste, weißer Hemdbluse mit schwarzer Halsschleife und einer grün-roten, mit goldenen Borten verzierten Narrenkappe. Zum Straßenhäs gehört außerdem ein weiter grüner Mantelumhang, ein schwarzer Zylinder, sowie ein großer Stock.

Der Zunftmeister trägt zum Zeichen seiner Würde einen roten Zylinder.

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2019  Narrenzunft Triberg